Neue Medien an der Pestalozzischule

1.    Einleitung / Vorüberlegungen

Medien haben in unserer Gesellschaft eine grundlegende Bedeutung. Medien (lat. Medium = Mittel) sind die Instrumente, mit denen Informationen zwischen Sender und Empfänger, also hier zwischen Lehrerinnen und Schülerinnen bzw. Schülern und unter den Kindern, ausgetauscht werden können. Medien lassen sich in Druckmedien (auch Printmedien), audiovisuelle Medien und elektronische Medien klassi-fizieren (vgl. www.medienlexikon.de). Im vorliegenden Medienkonzept steht die Arbeit mit dem Computer als elektronisches Medium im Vordergrund. Gleichwohl muss aber darauf hingewiesen werden, dass der bewährte Einsatz anderer Medien u.a. Film, Sach- und Schulbücher, Lexika, Zeitungen, Hörspiele, Musik-CDs … nicht vernachlässigt wird. (Siehe hierzu auch insbesondere der Arbeitsplan Deutsch „Lesen und Umgang mit Medien“, sowie der Arbeitsplan Sachunterricht „Medien als Informationsmittel“ und „Mediennutzung“).
Der Einsatz des Computers kann zur Vermittlung von Unterrichtsinhalten genutzt werden und den Unterricht bereichern. Übungsphasen können durch Computerprogramme unterstützt werden, Animationen am Computer können Sachzusammenhänge anschaulich darstellen. Insbesondere können die Neuen Medien das selbstständige und individuelle Lernen fördern.
Die Schülerinnen und Schüler müssen aber auch zur Kritikfähigkeit gegenüber dem PC, insbesondere gegenüber der Informationsbeschaffung und -weitergabe im Internet erzogen werden.
Drei Schwerpunkte enthält die Medienarbeit unserer Schule:
•    PC und iPad als Arbeitswerkzeug kennenlernen und nutzen.
•    „Lernen mit Medien“ unterstützt das selbstständige Lernen, indem Medien von Schülerinnen und Schülern zur Veranschaulichung von Unterrichtsinhalten, zur aktiven Auseinandersetzung mit fachlichen Inhalten und zur Recherche und Informationsbeschaffung (z.B. Internet) genutzt werden.
•    „Lernen über Medien“ schult den sachgerechten und sozial verantwortlichen Umgang mit dem Computer und dem Internet.

2.   Pädagogische Zielvorstellungen des Medienkonzepts

Die elektronischen Informations- und Kommunikationstechnologien sind ebenso wie die traditionellen Medien Hilfsmittel des Lernens und Gegenstand des Unterrichts.
„Neue Medien“, wie der Computer, Tablet-PCs und auch Smartphones, spielen zu-dem außerschulisch bereits eine große Rolle im Leben der Grundschüler. In vielen Kinderzimmern gehört ein Computer bereits während der Grundschulzeit zum Bestand und darf von den Kindern selbstverständlich genutzt werden. Auch die berufliche Zukunft der Kinder ist ohne IT-Kenntnisse nicht denkbar. In allen Aufgabenbereichen erhält die Professionalisierung im Umgang mit dem Computer einen immer höheren Stellenwert.
Um die Schüler auf ein Leben in der Informationsgesellschaft vorzubereiten, wird diese Lebenswirklichkeit berücksichtigt und Medienkompetenz als Schlüsselqualifikation angebahnt.

3.    Bestandsaufnahme
3.1  Qualifikation der Lehrkräfte

Neue Medien werden in allen Klassen im Unterricht eingesetzt. Fast alle Lehrerinnen der Pestalozzischule verwenden den Computer täglich für ihre Unterrichtsvor- und nachbereitungen. Sie verfügen daher über weitreichende Kenntnisse für den Einsatz neuer Medien im Unterricht. Darüber hinaus sind sie bereit, sich im Bereich der neuen Medien weiterzubilden und sind für neue technische Entwicklungen offen. Sollte eine Kollegin nicht über die notwendigen Kompetenzen verfügen, wird sichergestellt, dass in ihrer Klasse die neuen Medien im Fachunterricht eingesetzt werden.

3.2     Erfolgreiche Projekte der Schule

•    Nutzung von Antolin seit 2005
•    Einsatz der Lernwerkstatt seit 2006
•    Umfassende Computerkurse in den Klassen 3 und 4
•    Digitale Bildbearbeitung
•    Powerpoint-Präsentation der Projektwochen
•    Das Neusser ABC – ein Reiseführer für Kinder von Kindern
•    Erstellen eines Trickfilms (Schule und Kultur)
•    Umfassende Unterrichtsreihen zum Thema Gefahren des bzw. im Internet.
•    Informationsveranstaltungen für Eltern in Bezug auf die kindliche Mediennutzung
•    Regelmäßige Nutzung von Beamer und Visualizer

3.3  Schulhomepage

Seit 2006 ist die Pestalozzischule auch im Internet präsent. Unter www.pestalozzischule-neuss.de können sich die Besucher unserer Homepage umfassend über die Schule informieren. Der Internetauftritt wird fortwährend aktualisiert. Unsere Schülerinnen und Schüler sollen hierbei zunehmend mehr einbezogen werden.

4.    Konkrete Nutzung von Computern und iPads
4.1  Der Einsatz des Computers im Unterricht

Wir verstehen den Computer als ein Medium neben anderen. Er kann den Lernpro-zess der Schüler und Schülerinnen unterstützen. Zudem stellt ein kompetenter Umgang mit dem Computer ein wichtiges Erfolgskriterium für die Arbeit an den weiterführenden Schulen dar.
Bisher vertraten die Lehrerinnen der Pestalozzischule den Standpunkt, dass die Schülerinnen und Schüler zunächst im Gebrauch der Computer geschult werden müssen, bevor diese im täglichen Unterricht eingesetzt werden können. Daher wurden in vier Gebäuden jeweils kleine Computerräume mit 5 – 13 PCs eingerichtet. Dieses Konzept hat sich jedoch nur für die Arbeit in Kleingruppen bewährt. Im Vor-dergrund stehen hier:

•    Die Nutzung der Internetplattform Antolin
•    Die Arbeit mit Lernsoftware (Lernwerkstatt)
•    Die Internetrecherche
•    Die Text- und Bildbearbeitung (z.B. Klassenzeitung, Referate)

Schwierigkeiten zeigen sich aber im Unterricht mit ganzen Klassen, da die Beaufsichtigung in zwei verschiedenen Räumen durch eine Lehrkraft nicht gewährleistet werden kann. Aufgrund dieser Problematik haben wir bisher den Computer nicht in dem Maße nutzen können, wie wir es uns wünschen und es für sinnvoll erachten.

4.1.1     Computerkurse

Insbesondere die Schüler und Schülerinnen des 4. Schuljahres haben die Möglichkeit nachmittags oder im Rahmen des Sachunterrichts gruppenweise an einem mehrwöchigen Computerkurs teilzunehmen.
Inhaltliche Schwerpunkte sind dabei:
•    Grundschülern den sinnvollen Umgang mit Computern näherbringen
•    Einschalten der Geräte
•    Umgang mit der Maus
•    Programme starten und schließen
•    Ordnung auf der Festplatte
•    Dateien finden
•    Erstellen und Benennen von Ordnern
•    Umgang mit Schreibprogrammen
•    Erstellen von Tabellen

4.1.2     Förderunterricht

Im Rahmen des Förderunterrichts wird der Computerraum regelmäßig von Kleingruppen genutzt, um die Fähigkeiten der Kinder besonders im Lesen und in Mathematik zu fördern.

4.2    Der Einsatz von iPads im Unterricht

Durch die Weiterentwicklung der Technologie ergibt sich nun die Möglichkeit, Tablet-PCs im Unterricht mit ganzen Klassen ohne Raumwechsel flexibel einzusetzen. Wir sind bereit, die drei kleineren Computerräume aufzulösen und dafür zukünftig auch iPads im Unterricht einzusetzen. Der größere Computerraum soll jedoch beibehalten werden, da wir es z.Zt. noch für sinnvoll erachten, auch den Umgang mit dem Computer einzuüben.

In Lehrerkonferenzen haben wir uns mit dem Einsatz von iPads im Unterricht befasst. Hier wurde deutlich, wie einfach und intuitiv iPads zu handhaben sind. Der Aufforderungscharakter der Tablet-PCs war selbst bei technisch nicht so versierten Lehrkräften sehr hoch. Schon nach kurzer Nutzung war die Scheu überwunden, die Neugier geweckt und das Interesse am Einsatz von neuen Medien im Unterricht um ein Vielfaches gesteigert.

Aus Umfragen wissen wir, dass viele unserer Schülerinnen und Schüler sich im Umgang mit Smart-Phones und Tablet-PCs auskennen, diese einen hohen Aufforderungscharakter haben, so dass der Einsatz solcher Medien schnell sehr effektiv sein wird. Kurse zur Einführung des iPads werden nicht nötig sein.

Im Vergleich zum PC und zu Notebooks bietet das iPad zahlreiche Vorteile:
•    iPads sind handlich und leicht.
•    Sie sind intuitiv zu nutzen.
•    Sie sind überall zu nutzen – im Klassenraum, in der Turnhalle, an außerschulischen Lernorten.
•    Die ganze Klasse kann gleichzeitig mit dem iPad arbeiten. Partner- und Gruppenarbeiten mit einem Gerät bereiten keine Probleme
•    Es ist kabellos zu nutzen und ist direkt einsatzbereit.
•    Das iPad verfügt über eine sehr lange Laufzeit.
•    Ergebnisse der Kinder können durch die Apple TV-Technologie einfach präsentiert werden.

Im Gegensatz zum PC sind iPads multimedial einsetzbar. Neben Recherche im Internet, der Text- und Grafikbearbeitung können auch Fotos, Filme und Audiodateien erstellt und präsentiert werden. Diese Einsatzmöglichkeiten eröffnen die unterschiedlichsten Umsetzungen im Unterricht.

Deutsch
•    Verfassen, Bearbeiten und Gestalten von Texten
•    Filmen von Rollenspielen
•    Aufnahme von Hörspielen
•    Verklanglichung von Texten
•    Erstellen von Bildergeschichten – Comics
•    gemeinsames Überarbeiten am iPad in Gruppen oder über Apple-TV im Klassenverband
•    Präsentation von Texten

Mathematik
•    Abbilden und Bearbeiten z.B. von Würfelnetzen und Parkettierungen im Geometrieunterricht
•    Demonstrieren und erläutern von eigenen Rechenwegen und Lösungen
•    Übungsaufgaben
•    Lernprogramme
•    Taschenrechnerfunktionen nutzen

Sachunterricht
•    Erstellen und Bearbeiten von Mindmaps und Clustern
•    Recherchieren, Sammeln, Ordnen und Bearbeiten von Informationen
•    Dokumentationen von Experimenten und Naturbeobachtungen
•    Erstellen von Präsentationen

Englisch
•    Nutzung von Wörterbüchern mit Wiedergabefunktion
•    Übersetzungsprogramme
•    Aufnahme und Wiedergabe eigener Sprachäußerungen
•    Zugriff auf englischsprachige Kinderliteratur

Musik
•    Recherchieren, Sammeln, Ordnen und Bearbeiten von Informationen
•    Instrumentenkunde
•    Musik machen (Instrumenten-Apps)
•    Musik aufnehmen
•    Musik hören
•    Musik umsetzen

Sport
•    (Zwischen-)Reflexionen bei Gruppenarbeiten (z.B. Synchronität bei Tänzen, Akrobatik)
•    Dokumentation von Ergebnissen (z.B. Tanz filmen)
•    Aufnahme und Reflexion von Technikelementen (z.B. im Ballsport, Gerätturnen, bei Schwimmtechniken)

Diese exemplarischen Einsatzmöglichkeiten lassen sich sicherlich im Gebrauch noch erweitern. Auf dem Markt wird eine Vielzahl von Apps angeboten. Diese gilt es zu sichten und zu prüfen.

5.   Angestrebter Kompetenzerwerb am Ende der Grundschulzeit

In der Schuleingangsphase gewinnen die Schülerinnen und Schüler im Unterricht mit „neuen Medien“ erste elementare Fertigkeiten mit dem Computer und dem iPad. Im Vordergrund stehen hier die Nutzung einfacher Lernprogramme und der Internetplattform Antolin.

In den folgenden Schuljahren werden den Schülerinnen und Schülern weiterführende Kenntnisse im Hinblick auf „neue Medien“ vermittelt. Zum einen soll der Umgang mit unterschiedlichen Programmen zur Text- und Bildbearbeitung aufgebaut und vertieft werden. Zum anderen erwerben die Kinder Kompetenzen im Umgang mit dem Internet. Grundsätzlich hat für uns der kritische Umgang mit den „neuen Medien“ eine besondere Bedeutung, um die Schülerinnen und Schüler im Unterricht auch für die Gefahren des Internets zu sensibilisieren.

Aufgrund der besonderen Bedeutung „neuer Medien“ in unserer Gesellschaft und für den weiteren Bildungsweg der Kinder wird für das Ende der Grundschulzeit der Aufbau folgender Kompetenzen angestrebt:

5.1     Allgemeine Kompetenzen zum Umgang mit „neuen Medien“

•    Grundkenntnisse mit Textverarbeitungsprogrammen
•    Bilder bearbeiten und diese mit einem Text kombinieren
•    Ordner erstellen und benennen
•    Dateien abspeichern
•    Vorhandene Lernsoftware und Apps eigenständig starten und nutzen
•    Antolin selbstständig bearbeiten
•    Durchführen von Recherchen auf geeigneten Internetseiten
•    Potentiale und Gefahren von  sozialen Netzwerken kennen lernen
•    Regeln zum Schutz der Privatsphäre kennen
•    Angebote der „neuen Medien“ kritisch hinterfragen

5.2     Zusätzliche Kompetenzen in Bezug auf den Computer

•    Begrifflichkeiten wie Monitor, Tastatur, Maus, Lautsprecher, CD Rom Laufwerk, Cursor und verschiedene Funktionstasten benennen und unterscheiden
•    Den Rechner richtig herauf  und herunterfahren
•    Die unterschiedlichen Laufwerke bedienen

6.   Zusammenarbeit mit Eltern

Für viele Eltern ist die Medienerziehung ein besonderes Anliegen. Sie sehen die Bedeutung medialer Kompetenzen für die weitere schulische Laufbahn und das Berufsleben. Das vorliegende Konzept wurde gemeinsam mit Eltern erarbeitet.

Oft spielt der Computer in den Elternhäusern eine deutlich größere Rolle als in der Schule. Die Nutzung der Computer ist hier äußerst vielfältig. Teilweise wird ein sehr großzügiger Umgang in Bezug auf Nutzungsdauer und –inhalte gepflegt, Kinder werden nicht immer bei der PC-Nutzung von Erwachsenen begleitet. Eltern zeigen sich in Bezug auf die Gefahren der neuen Medien (Internet, Spiele, soziale Netzwerke, Nutzungsdauer) und der schnellen technischen Entwicklung verunsichert. Wir sehen es als unsere Aufgabe an, Eltern hier zu unterstützen und bieten in der Schule in regelmäßigen Abständen Informationsabende zu medienrelevanten Themen an.

7.   Evaluation und Fortbildung

Das vorliegende Medienkonzept ist Bestandteil unseres Schulprogramms. Es ist somit kein starres Gebilde, sondern wird von allen Beteiligten in regelmäßigen Abständen evaluiert und fortgeschrieben. Das Konzept „Neue Medien an der Pestalozzischule“, dem sich das Kollegium verpflichtet hat, soll nach einer Erprobungsphase von zwei Jahren evaluiert werden.
Im Austausch lernen die Kolleginnen voneinander. Das Vorstellen von gelungenen Unterrichtseinheiten mit dem iPad und dem PC wird zum regelmäßigen Bestandteil von Teamsitzungen und Konferenzen. Fortbildungen und regelmäßiger kollegialer Austausch über den Einsatz der iPads und Computer im Unterricht sollen helfen, die eigene Arbeit zu überprüfen und sicherstellen, dass auch neu hinzugekommene Lehrkräfte die Arbeit mittragen.

PestalozzischulePestalozzistraße 241468 NeussTel.: 02131 - 73 78 60Fax: 02131 - 73 78 61E-Mail: postpestalozzischule-neuss.de